BRIMBORIA Kongress I - Was noch zu erwarten ist.

Tilman Loos am Sa., 17.04. auf dem BRIMBORIA Kongress

Wie der Eine oder die Andere vielleicht schon mitbekommen hat, befindet sich auf www.brimboria-kongress.de ein kleiner Kommentar zum Kongress von uns, den Organisatoren.

Darüber hinaus sei noch einmal kurz zusammengefasst, was an Auswertung an dieser Stelle bzw. auf der Kongressseite noch kommen wird.

1. Audio

Ganz sicher werden wir, wenn die Sichtung des Materials soweit ist, hoffentlich alle Vorträge/Diskussionen als Audiodatei veröffentlichen können. Möglicherweise findet sich dann derartiges auch im sehr empfehlenswerten Audioarchiv wieder.

2. Video

Etwas später wollen wir auch die Mitschnitte der Veranstaltungen frei zugänglich machen. Möglich ist auch die Entstehung eines 1,5 h langen Films. Wir basteln daran.

3. Kommentarverweise

In unregelmäßigen Abständen werden wir versuchen auf Kommentare zum Projekt zu verweisen. An dieser Stelle schonmal ein paar "Worte zum Kongress" von A. Bieber:

http://www.rebelart.net/diary/kleines-fazit-zum-leipziger-fake-kongress/...

4. Theoretische Bemerkungen

Von Seiten des Instituts her wollen wir die vielen anregenden Monologe, Dialoge und Diskussionen über die Theorie und Praxis der Subversion und die Formen ihrer Vermittlung nicht so einfach vorübergehen lassen. Das Ziel ist es einige (unserer) Erkenntnisse und Vorschläge herauszuarbeiten und auszuformulieren, auch damit diese zur Debatte gestellt werden.

Alles in allem gab uns der Kongress einen Riesenhaufen Input, den wir gerade sacken und gären lassen. Hier und da immernoch schwer verdaulich, aber gut hat es geschmeckt!

BRIMBRORIA Kongress - PROGRAMM draussen, ReferentInnen aktualisiert!

In der Sparte „Programm“ kann man sich ab jetzt über den Ablauf und die ReferentInnen schlau machen. Zusätzlich haben wir die und Ziel- und Themensetzungen der einzelnen Kongresstage nochmal aufgeschlüsselt. Bei dem Programm bleibt sicher kein Auge trocken.

Unter „ReferentInnen“ findet man handliche Informationen zu den eingeladenen ReferentInnen, d.h. wann und wo sie auf dem Kongress auftauchen, worüber sie sprechen werden und was sie außerhalb von irgendwelchen Kongressen machen um ihre Brötchen zu verdienen.

Wir wünschen frohes Stöbern!

BRIMBRORIA Kongress - Website online!

Das BRIMBORIA Institut freut sich bekannt zu geben, dass die offizielle Seite zum BRIMBORIA Kongress am 16.-18. April im Leipziger WESTWERK (Plagwitz) online ist!

Unter www.brimboria-kongress.net kann man sich nun über den Kongress in aller Breite informieren. Vor allem möchten wir allen Interessierten nahelegen sich anzumelden. Das macht der Orga Freude und mensch kommt auch noch billiger rein!

Auf der Seite gibts in Kürze Zugang zum detailierten Programmablauf und den Referenten die anwesend sein werden.

Das BRIMBORIA Institut wünscht viel Vorfreude!

Nazis und Kapitalismus I

Quelle: indymedia

Schon seit einiger Zeit bedienen sich Nazis an verschiedenen Symbolen und Methoden, die ihren Ursprung eigentlich in der linken Szene haben. Die Che Shirts und Palitücher auf Demos sind mittlerweile ein alter Hut, ein relativ neues Phänomen sind allerdings die Autonomen Nationalisten. Mit dem Aufkommen dieser Strömung wurde nicht nur der Style und die Haltung auf Demos adaptiert, gleichzeitig fanden Nazis an Graffiti Gefallen. Auf einschlägigen Websites werden Skizzen ausgetauscht und Fotos von eigenen Werken hochgeladen, thematisch richten sie sich wahlweise gegen Kapitalismus, Polizei, Zensur und für „nationalen Sozialismus“.

Was meinen die denn eigentlich mit ihrem Nationalsozialismus? In der Schule lernten wir, der Begriff wäre erschaffen worden, um die Arbeiterklasse auf die eigene Seite zu ziehen. Hinter dieser These steckt leider die übliche Dämonisierung des allseits bekannten Überbauphänomens. Wir vom Brimboria Institut dagegen sagen: Nazis verstehen lernen heißt Nazis bekämpfen lernen!
Natürlich ist es auch richtig, dass Nazis linke Symbole kopieren, um bei Jugendlichen mit einer rebellischen Haltung besser anzudocken. Diese Erklärung vereinfacht allerdings um Längen das eigentliche Problem, weil sie sich eben nicht Inhaltlich mit der Naziargumentation auseinandersetzt.

Nazis haben tatsächlich was gegen Kapitalismus, Polizei und Zensur. Dazu haben sie aber auch scheinbar etwas gegen eine kritische Analyse der gegebenen Produktionsverhältnisse. Die nationalsozialistische Kritik lässt sich eigentlich auf folgende Kernpunkte runter brechen:

1. Verkürzte Kapitalismuskritik

Nazis finden Kapitalismus durchaus kritisch. Schließlich lautet die Forderung ja „Sozialismus“. Jedoch steht dahinter kein generelles Verständnis der Beziehungen von Mensch und Kapital, Arbeit und Profit, Markt und Konkurrenz. Nationale Sozialisten kritisieren nicht die Wirtschaftsweise. Sie kritisieren, dass die Falschen darunter leiden (Deutsche). Die schöne Geschichte vom Kapital machen eigentlich nur jene kaputt, die im Hintergrund die Fäden ziehen (z.B. das „bolschewistische Finanzjudentum“) und aus purer Bosheit den erwirtschafteten Reichtum dem deutschen Volk vorenthalten – auf Kosten der deutschen Arbeiter. Diese Gruppen lassen hinterfotzigerweise die Volksgemeinschaft schuften, obwohl sie selber nicht „dazugehören“. Womit wir beim nächsten Punkt wären:

2. Nationalismus

Selbstverständlich ist das Nationskonzept für Nazis nicht etwa ein Konstrukt der Moderne. Nationen gibt es für sie schon so lange, wie es Menschen gibt - das Individuum ist dabei der Kategorie Nation unterstellt.

Diese Eckpfeiler der Naziideologie lassen sich recht einfach widerlegen, da sie vor Widersprüchen kaum laufen können. Die verkürzte Kapitalismuskritik ist nichts anderes als die Personifizierung von der „unsichtbaren Hand des Marktes“. Wenn man also der Naziargumentation folgt, so stellt sich heraus, dass sie Kapitalismus nun doch ganz super finden – solange alles in den richtigen (=deutschen) Händen liegt. Auch die Sache mit den Nationen ist an sich ebenfalls eine rein affirmative Angelegenheit – das Denken in volkswirtschaftlichen Einheiten ist eine frühestens merkantile Nummer und hängt unmittelbar mit der kapitalistischen Produktionsweise zusammen.

Darauf müsste die Jungs und Mädels von der Nationalen Befreiung nur mal jemand hinweisen. Was dem Problem dagegen überhaupt nicht gerecht wird, ist die Behandlung von Nazis als Kinderfänger von Deutschland.

Beim nächsten Beitrag Nazis und Kapitalismus (II) widmen wir uns dann den Spaßvögeln von der Konservativ-Subversiven Aktion und einigen Beispielen aus der Praxis.

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