Beiträge aus der Kategorie "Fake"

BRIMBRORIA Kongress - Website online!

Das BRIMBORIA Institut freut sich bekannt zu geben, dass die offizielle Seite zum BRIMBORIA Kongress am 16.-18. April im Leipziger WESTWERK (Plagwitz) online ist!

Unter www.brimboria-kongress.net kann man sich nun über den Kongress in aller Breite informieren. Vor allem möchten wir allen Interessierten nahelegen sich anzumelden. Das macht der Orga Freude und mensch kommt auch noch billiger rein!

Auf der Seite gibts in Kürze Zugang zum detailierten Programmablauf und den Referenten die anwesend sein werden.

Das BRIMBORIA Institut wünscht viel Vorfreude!

Vorwürfe an die blau-gelben Musterschüler

Quelle: www.titanic.de

Wie der Eine oder die Andere BeobachterIn schon mitbekommen hat, halten wir, das Institut für Brimboriaforschung nicht allzuviel von bürgerlichen Ideologien. Da trifft es sich gut, dass die Speerspitze wirtschaftsliberalen Mumpitzes sich gerade ganz schön in die Nesseln setzt. Kaum wurde bekannt, dass die Damen und Herren von der (nennen wir das Übel beim Namen) FDP irgendwie ganz undurchsichtige Spendengeschichten aus der Hotelbranche am laufen haben, bricht die Welle der Häme sich Bahn.

Die Titanic versieht ihre Homepage-Titelseite mit entsprechendem FDP-Spendenformular (siehe oben).

Auch die Spassmacher von "extra3" lassen sich nicht lumpen und inszenieren eine Pressekonferenz, bei der sie als FDP-Sprecher auftreten und schlussendlich verkünden "Ja, wir sind eine Klientelpartei."

Das ist alles wiedereinmal schön mitanzusehen und schiesst auch in die richtige Richtung. Die Frage die bleibt ist: besitzt das womit geschossen wurde seine Daseinsberechtigung? Die geäusserte Kritik an dem Verfahren der FDP läuft, man kennt das schon vom Bankertum, auf moralische Urteile über die bösen Funktionäre hinaus, die unfeine Sachen gemacht haben. Sie seien es, die "unsere" schöne Wirtschaftsordnung kaputtmachen("jeder ist seines Glückes schmied" und so).
Daher hört man sicherlich auch Beschwerden aus den eigenen Reihen der Liberalen. Ungerecht gehe es zu, so könne man das nicht machen. Dabei ist man sich einig.

"Die Reichen werden reicher, die Armen zahlreicher." Faktum. Nur sollte man dabei nicht vergessen, dass dies keine Unregelmäßigkeit darstellt. Das ist der menschgemachte Gang der kapitalistischen Dinge. Spendenaffären hin oder her.


Via/Via

Arien und Autowracks

Freude schöner Götterfunken!

Der Skulpturenpark Berlin_Zentrum feiert am Sonntag Premiere seiner Oper deren Akteure unter anderem brennende Autos darstellen.

Während eines frostigen Wintermonats säumen sieben ausgebrannte Limousinen das frisch erschlossene Bauland entlang der Kommandantenstrasse, das unter anderem als zukünftiges Dolce Vita-Quartier beworben wird. Aus den verkohlten Autowracks tönen Arien in die klirrend kalte Luft.[...]Der gesamte Park wird zur Bühnenkulisse, die vielschichtige Bilder und Symbole rund um Abwertungsketten und Aufwertungsbestrebungen bereit stellt. Anwohner können von den Logenplätzen auf ihren Balkonen aber nicht nur inszenierte Ideenträger sehen. Auf der winterlichen Lichtung reihen sich Menschen um ein wärmendes Feuer, verspeisen ein Wildschwein und trinken heißen Wein. Land’s End erzählt die Geschichte urbaner Transformationsprozesse, wie sie in Metropolen passiert.

Was bei dieser Aktion, von künstlerischer Form bedeckt, reflektiert wird, ist der landläufig als "Gentrifizierung" bezeichnete Vorgang. Die "Bonzen" kommen in ein abgehalftertes aber dennoch [sozialromantische Verklärung hier einsetzen] Viertel, um es aufzuwerten, Mieten in die Höhe zu treiben und Latte-Cafés aus dem Boden zu stampfen.
Ein unschönes Phänomen, das ist es unzweifelhaft. Doch sollte man vorsichtig sein mit falschen Urteilen über "die Bonzen" mit ihren Bonzenkarren, die man am ehesten, um ein gesellschaftliches Fanal zu setzen, in die ewigen Jagdgründe zu schicken hat (die Karren, nicht die Bonzen).
Brennende Autos sind plötzlich in aller Munde. Über die Legitimität lässt sich trefflich streiten. Um es nochmal zu betonen: es kann nicht das Ziel noch sinnvoll sein Einzelpersonen für die notwendig ablaufenden Prozesse dieser Wirtschaftsordnung verantwortlich zu machen (wie z.B. das Streben eines Einzelkapitals nach mehr Profit, was im Falle eines Hausbesitzers durch Mieterhöhung ins Werk gesetzt wird). Dann kann man auch anfangen "den Bonzen" Buckel und Hakennasen anzudichten. Vielleicht aber lenken brennende Autos doch etwas Aufmerksamkeit auf die Problematik einer zunehmenden Verdrängung von Menschen aus ihren sozialen Umfeldern, sprich Wohnvierteln.
Um auch um der Atmosphäre willen nicht immer selbst Hand anlegen zu müssen, hier noch eine Empfehlung für die kalten Tage, ein Kaminfeuer der besonderen Art:

Burning Car from Superflex on Vimeo.



Wer allerdings tatsächlich was an seinem Mietpreis verändern will, der sollte noch heute aktiv mit der Abwertung seines eigenen Hauses beginnen. Wie das geht zeigen die Menschen von es regnet kaviar in diesem Video:



Die Menschen vom Skulpturenpark dagegen sind mit ihrer Auto-Oper eher noch in einem künstlerischen Kontext zu verorten. Nichtsdestotrotz eine schöne Herangehensweise an das populistisch so überladene Thema "Brennende Autos".

Chapeau!

Via.

Herz und Verstand bei der Deutschen Post

Die Furcht der CDU sitzt naturgemäß tief: böse, böse Kommunisten, die sich unter Vortäuschung von Demokratiefreundlichkeit in die Parlamente schleichen um dort ihre Pläne zur Errichtung eines neuen Unrechtsstaats durch Agitation und Populismus zu verwirklichen. Solche oder ähnliche Gespenster müssen im Kopf des Stadtverordneten Hans Heuser der CDU-Fraktion im Frankfurter Römer rumgespukt haben, als er von „Post-Kommunisten“ im Parlament gesprochen hat. Die Linke-Fraktion wunderte sich und schließt absolut folgerichtig, dass „Herr Heuser nur Kommunisten mit einem Dienstverhältnis bei der Deutschen Post AG gemeint haben kann.“ Daraufhin wird nachgehakt und ein Dokument der Frankfurter Pressestelle zugestellt, die den Sachverhalt aus Sicht der Linken wiedergibt.

Dort reagiert man leicht verwundert, nimmt die Sache mit Humor und wagt sogar den „Versuch einer philosophischen Annäherung“:

Wer als Achtzehnjähriger kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer aber mit vierzig Jahren immer noch kein Kommunist ist, hat keinen Verstand.

Da es bei der Frankfurter Post sowohl Menschen mit Herz als auch mit Verstand gebe, seien doch wohl einige Kommunisten unter den Mitarbeitern, vermutet der Pressesprecher.

Die Reaktion ist umso bewundernswerter, als dass die Post immerwieder Kritik von linken UmweltschützerInnen, Hackern und anderen SpassmacherInnen einstecken musste.
Anfang der 80er gab der Bundespostminister und Geschäftsführer des Batterieherstellers „Sonnenschein“ Christian Schwarz-Schelling häufig Anlass zu Fakes. Überliefert ist dieser damals sehr beliebte Aufkleber:


aus: „Dieses Buch ist pure Fälschung“, hrsg. v. P. Huth u. E. Volland, FfM, 1989

Er spielt auf die eher umweltunfreundlichen Machenschaften der „Accumulatorenfabrik Sonnenschein GmbH“ an.

Des weiteren gelangte das von R. Schrutzki entworfene „Pesthörnchen“ zu einiger Berühmtheit als Logo des „Chaos Computer Clubs“.


Quelle: www.schrutzki.net

Es karikiert das alte Bundespostlogo und gilt heute noch als Logo des CCC(übrigens ursprünglich entworfen für den „FoeBuD e.V.“, bekannt für seine kreativen und subversiven Umtriebe)

In Anbetracht dieser Kritik stimmt es doch froh zu sehen, dass die Post doch kein so reaktionärer Haufen ist wie immer angenommen.

Chapeau!

Danke an Tille für den Hinweis!